Die systemische Therapie (angeboten von Dr. Gerhard Dieter Ruf und Ulrike Preuß-Ruf) kann als Einzel-, Paar- oder Familientherapie erfolgen. Sie basiert auf der Bearbeitung der Kommunikation in Systemen (zum Beispiel Familien) und berücksichtigt besonders die in PatientInnen und Familien liegenden Fähigkeiten (Ressourcen). Man nimmt an, dass Symptome der zur Therapie kommenden PatientInnen, die vordergründig sinnlos erscheinen, im jeweiligen System oder Lebensumfeld einen Sinn machen, aber keine optimale Lösung darstellen. In den therapeutischen Gesprächen wird versucht, mit den PatientInnen zusammen bessere Lösungen für ihr Leben zu finden. Sie ist besonders geeignet für die Therapie von Paar- und Familienproblemen, z.B. Ablösungsproblemen Jugendlicher und Verhaltensstörungen von Kindern, außerdem zur Behandlung von Psychosen, Ängsten, Depressionen und anderen psychischen Problemen.

Als theoretischer Hintergrund dient die philosophische Richtung des radikalen Konstruktivismus. Die konstruktivistische Theorie bestreitet die „Möglichkeit ontologisch ‚wahren‘ Wissens“ (von Glasersfeld). Wir machen uns Bilder von der Wirklichkeit, zum Beispiel über Nervenimpulse, die von den Sinnesorganen zum Gehirn geleitet werden. Diese Bilder können nie direkt mit der Wirklichkeit verglichen werden, sondern nur mit anderen Bildern. Es gibt nicht die „wahre“ Theorie oder Methodik, sondern vielmehr „viable“, das heißt nützliche Theorien und Methoden. Dies gilt auch für Krankheitstheorien. Wir leben in Kommunikation und in Geschichten, die wir uns über unser Leben machen (sozialer Konstruktionismus). Wenn diese Geschichten nicht (mehr) passend sind, entsteht ein Problem. In den therapeutischen Gesprächen können wir nach passenderen Geschichten suchen. Wenn zum Beispiel jemand sich als hilflos und unsicher einschätzt und eine Misserfolgsgeschichte seines Lebens präsentiert, kann im therapeutischen Gespräch über die Reflexion von Beurteilungsmaßstäben und vergessenen Erfolgen nach einer passenderen Geschichte gesucht werden, die zu mehr Zufriedenheit führt.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (angeboten von Dr. Gerhard Dieter Ruf, Dr. Udo Härle und Ursula Lorscheider) bearbeitet schwerpunktmäßig die Auswirkung früherer (frühkindlicher) Erlebnisse auf die gegenwärtige Lebensgestaltung. Symptome werden als Ausdruck von inneren Konflikten verstanden. Der Therapeut deutet die jetzige Beziehungsgestaltung im Alltag und in der Therapiesituation in Abhängigkeit von vergangenen Lebenserfahrungen. .

Die Personenzentrierte pädagogische und psychotherapeutische Arbeit (angeboten von Peter Klaus Huber) mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen orientiert sich an den Forschungsgrundlagen des amerikanischen Psychologen Carl R. Rogers (1902-1987). Der Beratungs- und Behandlungsansatz ist im Kern person - nicht problemzentriert. Patienten erfahren und lernen in der Therapie ihre verborgenen Fähigkeiten und Stärken zu entwickeln und in Begleitung durch den Therapeuten eigenständig nach Lösungen für ihre Lebens- und Entwicklungskrisen zu suchen und zu finden. Die therapeutischen Grundhaltungen nach Rogers (Wertschätzung, Einfühlung und Echtheit) sind auch in anderen Anwendungsfeldern der Psychotherapie (z.B. EMDR, Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Verfahren, Familientherapie u.a.) Basisvariablen einer fruchtbaren therapeutischen Beziehungsgestaltung.

Die psychologische Traumatherapie (angeboten von Peter Klaus Huber) nach der „EMDR“ - Methode (Eye Movement Desensitization and Reprocessing = durch Blickbewegung geförderte Desensibilisierung und Neu- bzw. Prozeßverarbeitung) kann als wirksames und schonendes Behandlungsverfahren für Patienten mit traumatischen, aber auch anderen belastenden Störungen, eigenständig oder ergänzend, zu bereits laufenden Behandlungen eingesetzt werden. Die amerikanische Psychotherapeutin Dr. Francine Shapiro, vom Mental Research Institut Palo Alto in Kalifornien, entdeckte und entwickelte diese Therapiemethode 1987. Sie wurde erstmals bei der sogenannten PTSD (Post Traumatischen Belastungsstörung) getestet und erfolgreich durchgeführt. Die Beratung und Behandlung findet je nach spezifischer Problematik unter Einbeziehung der Bezugspersonen statt (z.B. Eltern - Kinder).

Was sind Traumata?
Plötzliche, andauernde, bedrohliche, ängstigende und aussichtslose Ereignisse, die unbehandelt oftmals lebenslang, begleitet von körperlichen und psychischen Symptomen, die Gestaltung des Lebensalltags und die Lebensqualität einschränken (posttraumatische Stressreaktionen).
EMDR findet deshalb häufige Anwendung in der Therapie von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen nach sexuellem, körperlichem und seelischem Missbrauch (z.B. körperl. und/oder psych. Gewalt, Mobbing, Opfer von Terrorhandlungen etc.), Verlusterfahrungen (z.B. Trennung, Trauerverarbeitung), bei Sekundärbelastungen verschiedener Störungen im Kindes- und Jugendalter (z.B. ADS, Behinderungen, Folgen von Benachteiligung etc.), bei Angst- und Selbstwertproblemen, bei Suchtkranken mit weitreichenden traumatischen Erfahrungen (Bearbeitung des sog. „Suchtdrucks“) und anderen diagnoseorientierten Störungen.